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AcousticPlan PhonoMaster
Also, ganz ehrlich, ich kannte AcousticPlan aus Konstanz bislang nicht, aber das geht wohl nicht nur mir so. Hinter der Firma steht Musikliebhaber Claus Jäckle, und weil der mit dem, was es so zu kaufen gab, nicht recht zufrieden war, hat er sich selbst ans Werk gemacht. So entstand eine eigenständige Produktlinie, unter anderem mit dem PhonoMaster. Bei der Entwicklung dieses Phonoverstärkers scherte man sich nicht um Konventionen und kreuzte munter Bauweisen, stets unter der Prämisse, dass es gut klingen muss. Transistoren und Röhren werden je nach Aufgabenstellung eingesetzt. Ein MM- und ein MC-Tonabnehmer sind anschliessbar, umgeschaltet wird per Kippschalter an der Rückseite. Ein zweiter Schalter bietet die Anpassung an laute und leise MCs. Der MC-Eingang ist als Stromverstärker ausgelegt, damit sind Anpassungsspielereien unnötig. Die verwendeten EC 86 Röhren sind völlig unüblich in diesem Bereich, aber letztlich zählt das, “was hinten rauskommt”. Die frei obenauf stehenden vier Röhren erfordern ein luftiges Plätzchen, am besten neben dem Plattenspieler, und an die Rückseite sollte man wegen der dort platzierten Umschalter gut hinkommen. Der PhonoMaster ist unkapriziös - hinstellen, anschliessen und (nach ein paar Tagen Einspielzeit, das muss sein) mit Genuss Musik hören. Als MCs waren ZYX RS 30, Audio Technica ART 1 und Lyra Argo sowie Titan im Einsatz. Das Titan spielt in einer ganz anderen Liga und bot, obschon nicht ausgereizt, ein exquisites Hörvergnügen. Mit den anderen, passenden Kandidaten machte der PhonoMaster jeweils klar, welches System ihn versorgt und legte die Eigenarten deutlich offen. Kräftig, druckvoll und mit einer grosszügigen, in sich gefestigten Raumdarstellung malte er schön plastische Klangbilder. Mit den Vertretern der MM-Riege ist Ähnliches zu berichten. Einen Tick mehr Druck im Bass kann man auch den jeweiligen Arm-/ Systemkombinationen zuschreiben, ansonsten auch hier schöne Konturen, reichlich Auflösung und eine solide Anordnung der Akteure im Raum. Ob mit MM oder MC gehört wurde, war unerheblich für die Gesamtdarstellung, die sehr schlüssig und farbig ist, über den gesamten Frequenzbereich ausgewogen und fein aufgelöst. Der PhonoMaster zeigt klar auf, ob ein Tonabnehmer “nur” Informationen aus der Rille liest oder auch Emotionen zu transportieren vermag. Ein sehr feines Gerät, das die Preisklasse bereichert - für den ambitionierten Analoghörer mit Tendenz zur Röhre eine klare Empfehlung.
Helmut Rohrwild
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